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Externe Kosten der Stromerzeugung für verschiedene Stromerzeugungsoptionen

Externe Kosten der Stromerzeugung für verschiedene Stromerzeugungsoptionen in Deutschland
Externe Kosten der Stromerzeugung für verschiedene Stromerzeugungsoptionen in Deutschland

PV Photovoltaik
DK Dampfkraftwerk
GuD Gas- und Dampfkraftwerk

2008 können durch erneuerbare Energien im Strombereich die vermiedenen externen Kosten (Internalisierung durch Emissionshandel berücksichtigt) auf mindestens 3,9 Mrd. Euro (vergüteter und nicht vergüteter EEG-Strom) bzw. 2,9 Mrd. Euro (nur vergüteter EEG-Strom) geschätzt werden.

Diese liegen damit in vergleichbarer Größenordnung wie die EEG-Differenzkosten im gleichen Zeitraum mit 4,5 Mrd. Euro.

Die Stromerzeugung aus nicht erneuerbarer Energie verursachen trotz aller umweltpolitisch bedingten Fortschritte der letzten Jahrzehnte immer noch deutlich höhere Umweltschäden und damit Kosten, als Strom aus erneuerbaren Energien.

Diese so genannten externen Kosten gehen noch nicht verursachergerecht in die Strompreise ein.Nach einer wissenschaftlichen Studie für das BMU spielen dabei die eine zentrale Rolle.

Für die durch Treibhausgasemissionen verursachten Klimaschäden können als derzeit „bester Schätzwert“ Schadenskosten von 70 EUR/t CO2 angesetzt werden. Ein Teil davon wird bereits über den Emissionshandel im Strompreis berücksichtigt.

Hinzu kommen die durch Luftschadstoffe verursachten Gesundheits- und Materialschäden sowie in geringerem Umfang landwirtschaftliche Ertragsverluste.

Für die Stromerzeugung aus Stein- und Braunkohle ergeben sich so – selbst unter Berücksichtigung moderner Technik – externe Kosten in einer Größenordnung von 6 bis 8 Cent/kWh. Für moderne, gasgefeuerte GuD-Kraftwerke liegen sie immer noch bei etwa 3 Cent/kWh 1)

Demgegenüber verursacht die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien nur vergleichsweise geringe externe Kosten. In der Regel unter 0,5 Cent/kWh. Bei Photovoltaik derzeit noch etwa 1 Cent/kWh. Bau und Entsorgung der Anlagen ist bei diesen Berechnungen einbezogen.1)

1) Weitere externe Effekte sind die Beeinträchtigung der Biodiversität (biologische Vielfalt), Ökosystemen und Versorgungssicherheit sowie geopolitische Risiken der fossilen Stromerzeugung können aus Mangel an belastbaren Daten kaum quantifiziert (in Zahlen angegeben) werden. Die oben genannten Größen sind damit nur eine Teilsumme der derzeit tatsächlich zu erwartenden externen Kosten.

 

Kosten des erneuerbaren Energien Gesetz

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist Strom aus erneuerbaren Energien derzeit noch teurer als Strom aus nicht erneuerbaren Energiequellen. Für die konventionellen großen Stromversorger entstehen wegen der im EEG festgeschriebenen Abnahmepflicht somit höhere Beschaffungskosten. 2008 betrugen sie etwa 4,5 Mrd. Euro.

Erneuerbare Energien verursachten einen zusätzlichen Bedarf an Regel- und Ausgleichsenergie sowie Transaktionskosten der Netzbetreiber. Die Bundesnetzagentur subventionierte und genehmigte 2007 rund 0,6 Mrd. Euro dafür. 1)

Mögliche, durch das EEG bedingte Netzausbaukosten kommen zum allergrößten Teil erst in Zukunft zum Tragen und wurden hierbei entsprechend noch nicht berücksichtigt. Aktuelle Abschätzungen gehen davon aus, dass der Ausbau der Netze auf See wie Land insgesamt rd. 4 Mrd. Euro kosten könnte. Angesichts langer Abschreibungszeiten entstünden hieraus Zusatzkosten von lediglich knapp 400 Mio. Euro/Jahr.

 

Nutzen des erneuerbaren Energien Gesetz

Zu den Nutzenwirkungen des EEG zählt:

  1. Positiver Einfluss auf Innovation
  2. Positiver Einfluss auf Umsatz
  3. Positiver Einfluss auf Wertschöpfung
  4. Schaffung neuer Arbeitsplätze
  5. Vorbeugung kriegerischer Auseinandersetzungen um Ressourcen (Kriegskosten und Opfer)
  6. Einsparungen beim Import fossiler Energieträger (Geringere Abhängigkeit)
  7. Vermeidung externer Schadenskosten (Umwelt-, Sach- und Personenschäden
  8. Senkende Wirkung auf die Strompreise auf dem Großhandelsmarkt. 2)

2) Der Preis für Strom wird an der Börse durch das jeweils teuerste Kraftwerk bestimmt, das noch benötigt wird, um die Stromnachfrage zu befriedigen (Merit-Order). Die vorrangige EEG-Einspeisung reduziert die Nachfrage nach konventionellem Strom. Entsprechend werden daher die teuersten Kraftwerke zur Nachfragedeckung nicht mehr benötigt und der Preis an der Börse sinkt entsprechend. Die Kosten der Strombeschaffung über den Spotmarkt sind im Jahr 2006 um rund 7,8 Euro/MWh geringer ausgefallen.

Bezogen auf den gesamten Handel am Spotmarkt sind das rund 700 Mio. Euro. Rechnet man den Effekt auf den gesamten Strombedarf hoch, entspräche dies einem Wert von rund 5 Mrd. Euro. Durch die erneuerbaren Energien resultiert somit eine strompreisdämpfende Wirkung, die sich auch auf die Endkundenpreise auswirken kann.

Fazit des erneuerbaren Energien Gesetz

Angesicht der signifikanten Nutzenwirkungen des EEG wird deutlich, wie wichtig erneuerbare Energien für die gesamte Volkswirtschaft aller Länder in der ganzen Welt sind. Eine rein an betriebswirtschaftlichen Kostengrößen orientierte ökonomische Bewertung des EEG macht daher erst ab einer bestimmten Größenordnung der erneuerbaren Energieträger an der Gesamtenergieversorgung einen Sinn.

Im Moment ist der Anteil noch zu klein. Die absolute Wettbewerbsfähigkeit der erneuerbare Energien ist nur eine Frage der Zeit, der Energieeffizienz, der Einführung eines intelligenten Stromnetzes und die Bereitschaft der großen Energieversorger zu verstehen, dass die Sonne in der Lage ist, nahezu unbegrenzt Umweltfreundliche und sehr kostengünstige Energie zu liefern.

Deutschland ein Vorbild bei die Förderung der erneuerbaren Energien

Die Bundesrepublik Deutschland fördert erneuerbare Energien durch Forschung und Entwicklung sowie verschiedene Maßnahmen zur Marktentwicklung.

  1. Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im Strommarkt
  2. Beimischungspflicht im Rahmen des Biokraftstoffquotengesetzes und die Mineralölsteuerbegünstigung in bestimmten Anwendungsbereichen
  3. Marktanreizprogramme zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien
    KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) -attraktive Finanzierungsprogramme
    KfW - Programm für den Neubau von Energiesparhäusern „Energieeffizient Bauen“
    KfW - Maßnahmen zur Modernisierung des Wohnraumes „Wohnraum Modernisieren“
    KfW - Programm Erneuerbare Energien, Programmteil „Standard“
    KfW - Programm Erneuerbare Energien, Programmteil „Premium“ - Zinsverbilligte Darlehen mit Tilgungszuschüssen im Rahmen für größere Anlagen, zumeist gewerblicher Investoren
    - Größere Anlagen zur Verfeuerung fester Biomasse,
    - Anlagen zur Nutzung der Tiefengeothermie
    - Biogasanlagen
    - Nahwärmenetzen
    - Innovativer Technologien (große Wärmespeicher, Rohbiogasleitungen, Anlagen zur Aufbereitung und Einspeisung von Biogas)
    Von 2000 bis Januar 2009 wurden über 3.900 Darlehen in einer Höhe von ca. 970 Mio. zugeteilt.
       
    KfW - Zinsvergünstigte Darlehen sowie Teilschulderlasse
    - Biomasseanlagen ab 100 kW (auch KWK)
    - Solarthermische Anlagen ab 40 m2
    - Nahwärmenetze
    - Geothermische Anlagen
    - Wärmespeicher
    - Rohbiogasleitungen sowie Anlagen zur Aufbereitung und Einspeisung von Biogas ins Erdgasnetz
  4. Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) im Wärmemarkt
    Investitionskostenzuschüsse über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für kleinere Anlagen, zumeist privater Investoren.
    - Biomasseanlagen bis 100 kW
    - Solarthermische Anlagen
    - Effiziente Wärmepumpen
    - Zusätzlich Bonus- und Innovationsförderung
  5. Zuschuss zu den Beratungskosten durch das Bafa
  6. Laut EEWärmeG sind Eigentümer von Gebäuden, die neu errichtet werden, verpflichtet, den Wärmeenergiebedarf für Heizung, einschließlich Warmwasserbereitung und Kühlung, anteilig durch erneuerbare Energien zu decken - Stichwort „Nutzungspflicht“
  7. BMU (Bundesministerium für Umwelt und Reaktorschutz) – Hier werden Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zu erneuerbaren Energien im Rahmen des Energieforschungsprogramms der Bundesregierung gefördert.

Das Bundesumweltministerium hat in Kooperation mit dem BINE Informationsdienst (www.bine.info) eine ausführliche Broschüre über alle Fördermöglichkeiten auf der Ebene der EU, des Bundes, der Länder, der Kommunen und der Energieversorgungsunternehmen herausgegeben.

Seit Programmbeginn bis Februar 2009 wurden

780.000 Solarkollektoranlagen mit einem Investitionskostenzuschuss von 6,2 Mrd. Euro.

170.000 kleine Biomassekessel mit einem Investitionskostenzuschuss von 2,7 Mrd. Euro

24.000 effiziente Wärmepumpen mit einem Investitionskostenzuschuss von 409 Mio. Euro

Ziele und Schwerpunkte der Forschungsförderung

Übergeordnete Ziele der Forschungsförderung sind:

  1. Den Ausbau erneuerbarer Energien weiter vorantreiben
  2. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen und Forschungseinrichtungen ausbauen.
  3. Zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen und ausbauen.

Um diese Ziele zu erreichen, setzt das BMU folgende Schwerpunkt:

  1. Die Kosten für die Herstellung und Nutzung erneuerbarer Energien kontinuierlich senken.
  2. Die Energiesysteme insgesamt optimieren, z. B. durch Verbesserung der Integration erneuerbarer Energien und systemorientierte Lösungsansätze.
  3. Die Weiterentwicklung und den Ausbau erneuerbarer Energien umwelt- und naturverträglich gestalten, z. B. durch Ressourcen sparende Produktionsweisen.
  4. Der rasche Technologietransfer von der Forschung in den Markt.
  5. Querschnittsforschung - ökon. Fragen, Arbeitsplätze, Systemstudien etc.

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